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Jürgen Wienecke - Chess Tiger aus Leidenschaft

04.07.2017 - Am 22. Juni 2017 wurde Jürgen Wienecke aus unserer Mitte gerissen, und wir möchten ihn heute mit einer Hommage an seine Leistungen ehren. Vor knapp zehn Jahren zum 70. Geburtstag brachte es Hans-Walter Schmitt auf den Punkt: "Arbeitswille, Kontinuität, Zähigkeit, Leidenschaft, Mut und Treue zeichneten ihn aus, aber auch - und das ist sehr selten bei Kaufleuten - Flexibilität, Fortschrittsdenken und Geschäftstüchtigkeit." Sei es auf Vereinsebene, auf Weltklasseniveau, beim Pushen einer neuen, modernen Schachvariante namens Chess960 und nicht zuletzt bei seinen Chess Tigers, überall wären wir ohne Jürgen gescheitert. Niemand weiß das besser, als unser oben erwähnter Obertiger, und so soll dieser auch in der Folge hauptsächlich das Wort haben. Dazu finden sich allerlei historische Bilder, bei deren Anblick ein Kloß im Hals unausweichlich ist, aber zugleich zaubern die Erinnerungen an wunderbare Zeiten ein Lächeln ins Gesicht. So werden wir Jürgen in Erinnerung behalten. Stets mit Wehmut im Herzen ob seiner Abwesenheit und voller Dankbarkeit für das sensationelle Leben mit ihm.

Zum 75. Geburtstag von Jürgen veröffentlichten die Chess Tigers 2012 ein sehr persönliches Interview mit Hans-Walter Schmitt über dessen gemeinsame Zeit:

Mike Rosa: Herr Schmitt, Sie äußerten kürzlich Ihr Bedauern, dass es heute im modernen Schach bei Vereinen nicht mehr die Typen gibt, wie Jürgen Wienecke sie verkörpert.

Hans-Walter Schmitt: Die Aussage hörte sich ein bisschen desillusionierend und gar resignierend an, aber es steckt auch ein Körnchen Wahrheit darin. In meiner Zusammenarbeit mit Jürgen habe ich als höchste Fähigkeit neben vielen anderen mehr, bei ihm schätzen gelernt, dass er „nie“ bei Projekten davonlief, wenn es knüppelhart wurde, wenn sich die Arbeit auftürmte, wenn wir in Zeitnot gerieten oder wenn keiner von uns genau wusste, wie es weiter gehen sollte. Wir beide hatten dann die Nerven und die Zeit zu Schweigen, um nachzudenken und dann zu entscheiden. Und es ging fast immer gut, was sage ich da, sehr gut ging es und wir kamen immer ans Ziel!

Hans-Walter Schmitt und Jürgen Wienecke konnten sich stets auf einander verlassen

Was ist der Unterschied zu den „Jetzttypen“?

Schmitt: Ich begegne immer mehr Menschen, die in der „Internet“- und „Wiki“-Welt auf jede Frage und Thema sofort eine Antwort wissen. Hinterfragt man ihre Projekte und eigene Taten, stellt man oft etwas anderes fest. Es ist ja fast wie bei Kindern, von denen namhafte deutsche Pädagogen behaupten, „dass Sie unglaublich viel wissen, aber im Verhältnis sehr wenig können“. Die moderne Form von: „Man müsste mal, man sollte mal, man könnte mal, wenn ich, hätt‘ ich, und wär‘ ich“. Mich macht diese Art von Zusammenwirken zunehmend nachdenklich.

Es ist so wohltuend, mit Leuten wie Jürgen zu arbeiten, die einfach sagen: „Gib’s her, das erledige ich!“ und Dir nicht in minutenlangen Erklärungen und gedrechselten Worten versichern, warum Du es selber im Team machen musst. Ich denke, dass viele Leute heute die Angst in sich tragen, irgendetwas zu verpassen und sich dabei zu „Getriebenen“ machen.

Jürgen Wienecke und die Liebe seines Lebens namens Brigitte

Wo sind Sie sich zum ersten Mal begegnet?

Schmitt: Jürgen Wienecke kam im Jahre 1977 zum SK Unterliederbach in die Sport- und Kulturhalle und spielte in der Saison 77/78 in den Vereinsturnieren mit. Wir begegneten uns in den ersten zwei Jahren im Club 4-mal am Brett, wobei ich in allen vier Partien in der Vereinsmeisterschaft, im Pokal und in zwei Thematurnierpartien Schwarz hatte! Die erste Partie spielten wir miteinander am 17.März 1978 – Modernes Benoni.

Wie ging es dann weiter…?

Schmitt: Jürgen hatte sich schnell integriert und sich kompetent und zupackend in praktischen Dingen gezeigt. Wir alle trauten ihm die Führung des Vereins zu, folgerichtig wurde er dann 1980 Vorsitzender beim SK Unterliederbach und blieb es 8 Jahre lang. Während seiner Amtszeit wurde im Jahre 1984 der 60. Geburtstag des Vereins gefeiert und wir beide veranstalteten zusammen in der Ludwig-Ehrhard-Schule in Unterliederbach am 3. Juni ein vielbeachtetes Simultan mit Großmeister Vlastimil Hort. 35 Teilnehmer aus Fleisch und Blut und ein Schachcomputer (schon damals!) spielten mit. Organisatorisch schließt sich jetzt der Kreis mit seiner Geburtstagfeier im Gasthaus „Zum Löwen“ in Unterliederbach, wo wir schon damals einen erlebnisreichen Schachtag mit GM Vlastimil Hort „zünftig“ ausklingen ließen.

Jürgen Wienecke mit seinen "Westlern" (v.l.n.r.) Hans Mokry,
Christa Mokry, Peter Kutschera und Ferdinand Niebling

Danach trennten sich aber Ihre Wege, er blieb in Unterliederbach und Sie gingen nach Königstein?

Schmitt: Eigentlich trennten wir uns ja nicht, sondern ich wollte lediglich ein paar Klassen höher spielen, um schachlich auszuloten, wie weit es sportlich nach oben gehen kann - wir traten da in Unterliederbach mehr auf der Stelle. Zu dieser Zeit stand beim SK Unterliederbach mehr der familiäre, gesellige Anspruch im Mittelpunkt mit Wandern, Kegeln, Doppelkopf, Ausflügen, Weihnachtsfeiern usw… Jürgen Wienecke war damals verständnisvoll für mein Anliegen, mehr Schach, mehr Jugendarbeit, einfach mehr Sport zu machen, aber die Zeit war noch nicht reif. Jürgen war für mich damals schon so wichtig, dass ich ihm einen handgeschriebenen Brief mit meinen Beweggründen überreichte. Natürlich blieb ich Mitglied beim SKU.

Stets hatte Jürgen Wienecke - nicht nur wie hier bei der
Chess Classic Mainz 2008 - den Überblick über die Zahlen

In der Zwischenzeit wurde der SC Sindlingen und SK Unterliederbach zum SC Frankfurt-West fusioniert mit der Zustimmung aller Mitgliedsvereine der Main-Taunus-Schachvereinigung…

Schmitt: Mit den damaligen Vorsitzenden Claus Henrici und Markus Busche gelang die Fusion 1989 sehr gut, aber es drohten nach 2 Jahren, sich schon wieder die alten Verhältnisse einzustellen, ehe dann Ferdinand Niebling aus Wiesbaden und ich aus Königstein zurückkamen. Im Januar 1992 wurde mir den Vorsitz beim SC West angetragen. Mit einem breiten Konsens der organisatorischen Leistungsträger im Verein und der Zusicherung, dass wir die nächsten 5-6 Jahre an einem Strang ziehen wollten, entstand ein neues Selbstverständnis beim SC Frankfurt-West.

Nachdem wir den Vereinsabend mit dem Spielbetrieb und die Jugendarbeit modernisiert hatten und die sportlichen Ziele in den Ligen gefixt hatten, stand das Projekt des 70-jährigen Bestehens des SC West 1994 auf dem Aufgabenplan. Wir suchten einen kompetenten, kaufmännischen Projektleiter für die später sogenannte „Chess Classic“. Ich hoffte auf meinen Wunschkandidaten und Jürgen Wienecke sagte zu. Von 1994 bis 2012 war er dann an vorderster Position im Vorstand als Schatzmeister erfolgreich tätig.

Jürgen Wienecke und Hans-Walter Schmitt mit
Garry Kasparov bei der Frankfurt Chess Classic 1999

Quasi aus dem „Nichts“ heraus wurde dann das Turnierprojekt Chess Classic auf den Weg gebracht. Erzählen Sie uns von den Schlüsselstellen in der Zusammenarbeit mit Jürgen Wienecke in diesem Projekt!

Schmitt: Dies von meiner Seite her aufzuzählen würde sicher den Rahmen dieses Interviews sprengen, aber vielleicht können Sie ja mal mit Jürgen ein Interview machen, wie er die kritischsten Punkte und die schönsten Momente bewertet. Ich kann ihm nur „Danke“ sagen, dass er uns allen so viel Arbeitswillen, Kompetenz, Zuverlässigkeit und Durchhaltevermögen schenkte.

Sollte ich wieder ein neues Projekt angehen, ich würde ihn wieder zuerst fragen ob er einsteigt – obwohl er schon 75 Jahre alt ist -. Im Frühjahr diesen Jahres haben wir ihn bei der Jahreshauptversammlung ausgezeichnet als „Ehrenmitglied“ des Chess Tigers Schach-Förderverein 1999 e.V., damit steht er für uns mit den Weltmeistern Viswanathan Anand und Vladimir Kramnik und dem Mainzer Oberbürgermeister Jens Beutel auf einer Ebene.

2012 wurde Jürgen Wienecke die Ehrenmitgliedschaft bei den Chess Tigers verliehen


70 Euro Schein für Jürgen Wienecke bei der EZB beantragt
(Chess Tigers-Artikel zum 70. Geburtstag)

Die Gratulanten von 5 - 500 (Chess Tigers Graphiker Fränk Stiefel)


Der Start: Spieler oder Funktionär

"70 Jahre und kein bisschen leise", wird Jürgen Rudolf Albert Walter Wienecke am 20. Oktober 2007. Seit dem 1.Juli 1977, von Hannover kommend fand er in Gelnhausen eine Arbeitsstelle, ist er der Rhein-Main-Taunus Region verbunden als Vereins- und Mannschaftsspieler beim am 9.Mai 1924 gegründeten SK Unterliederbach, der dann 1989 mit dem Schwesterverein SC Sindlingen 1925 fusionierte und ab diesem Zeitpunkt SC Frankfurt-West sich nennen lässt. Der zur Klasse der Super-Schwergewichtler gehörende Schatzmeister ist nicht nur Spieler, sondern auch aufopferungsvoller Organisator und cleverer Funktionär. Schon 1980, also drei Jahre nach Eintritt in den SK U. wählte man ihn nach zweijährigem kurzen Intermezzo von Karlheinz Arnold als Vorsitzenden zum Lenker der Geschicke, der dem großen Vorsitzenden Herrmann Leipe - heute Ehrenvorsitzender beim SC West - folgte und schon sehr bald passten die Schuhe. Acht Jahre bis 1988 erfüllte er diese Aufgabe und musste erkennen, dass die Freizeitgestaltung sich wesentlich in der Gesellschaft änderte. Die gelebte Familienstruktur musste mehr und mehr den individuellen Spielerbedürfnissen angepasst werden, sodass die Mitgliederzahl es erforderte, dass die Fusion der von Paul Kern mitgegründeten Vereine SK Unterliederbach und SC Sindlingen unabdingbar sich erwies - klugerweise überließ er dies der neuen Generation von Funktionären, die von viel weniger Berührungsängste als die "Alten" geplagt wurden. Dem Vorstand blieb er natürlich verbunden und übernahm forthin die Schnittstelle zu den diversen Vereinsringen.

Ein Chess Tiger aus Leidenschaft (Bild 2006)


Verschnaufpause 1988 - 1994

Nachdem Ferdinand Niebling vom SV Wiesbaden und Hans-Walter Schmitt von den Schachfreunden Königsten nach der erfolgreichen Fusion das spielerische Potenzial anreicherten und der Letztgenannte im Januar 2002 den Vorsitz und der Erstgenannte den Posten des Turnierleiters übernahm, konnte der gelernte Kaufmann beim Anblick des Aufgabenvolumen der ersten Frankfurt-West Chess Classic 2004 der Herausforderung nicht widerstehen, er stieg zuerst für die Chess Classic als kaufmännischer Projektleiter ein und wurde 1996 in die entscheidende Funktion des Schatzmeisters bei Frankfurt-West gewählt.

verantwortlich für 17 mal Chess Classic
die Schwergewichtszwillinge im jährlich weltweiten Turnierzirkus
Schatzmeister Jürgen Wienecke und Vorsitzender Hans-Walter Schmitt
immer Flagge zeigend - unermüdlich im Einsatz (Bild 2007)


Aufbruch zu neuen Ufern - Ziel: Weltklasseturnier

Bei der Vorstellung des Zehn-Jahres-Turnierkonzeptes 1996, verbunden mit der parallelen Jugendentwicklung, den Programmen "Weißer Tiger" und "Schwarzer Bär", erkannte er als Erster neben dem Macher Schmitt das riesige Potenzial, dass sich chancenreich vor dem SC Frankfurt-West ausbreitete. Seit diesem Zeitpunkt wurde West eine "Marke": 1996 bereits Verein des Jahres in Deutschland, mehrmalig hessischer U10 und U12 Einzel- und Mannschaftsmeister und die 1.Mannschaft kam aus den Niederungen der Bezirksliga in die drei Stufen höhere Landesklasse. Die Internetseite wurde als einer der ersten in der MTS gestartet und das Requirieren von Sponsoringgelder zur Normalität. Mit Vishy Anand 1994, Vladimir Kramnik, Alexei Shirov, Dr.Robert Hübner und Peter Leko 1996 begann dann der unaufhaltsame Aufstieg in die Phalanx der Weltklasse-Schachturniere, der 1998 in das stärkste Schnellschachturnier aller Zeiten einmündete. Garry Kasparov, Vishy Anand, Vladimir Kramnik und Vassily Ivanchuk stellten mit dem bisher unerreichten Elo-Schnitt von 2781 alle Turnierrekorde in den Schatten. Im Umgang als Schatzmeister mit Weltklassespielern und Sponsoren mauserte sich der Club im Frankfurter Westen zur "Premium Marke" und es floss auch ein bisschen Kleingeld durch Jürgens Hände - wie auf der Graphik skizziert. Die Ehrenmitgliedschaft des Schachclubs Frankfurt-West hatte er sich redlich verdient. Nachdem aber die "Vorstandszwillinge" Schmitt und Wienecke immer mehr Gas gaben und im Jahre 1999 - 75 Jahre Frankfurt-West - mit 12 Veranstaltungen vom Familienturnier über die Main-Taunus-Schach-Meisterschaft, Hessische Blitzschachmeisterschaft, Deutsche Schnellschachmeisterschaft bis hin zur Frankfurt Chess Classic 1999 in der Ballsporthalle - Empfang im Römer - die feindlichen russischen Weltmeister Kasparov und Karpov nach langer Zeit wieder, sowie die zukünftigen Weltmeister Anand und Kramnik, zusammenbrachten, wurde klar, dass der mit sechs 8er-Mannschaften in den unterschiedlichsten Ligen agierende SC West mit seinem Anspruch dies nicht mehr alles leisten konnte und wollte - das Korsett wurde zu eng und die Manpower reichte nicht aus. Das Zitat der Ehrenvorsitzenden: Für Kasparov tun sie alles, aber was bekommen wir?", war das klare Signal zu handeln. Eine neue Organisationsstruktur musste her.

Jürgen Wienecke überreicht dem "Größten" das Kuvert... (Bild 1999)


Gründung der Frankfurt Chess Tigers

Am 9.9.99 wurde mit 9 Mitgliedern der Frankfurt Chess Tigers Schach-Förderverein 1999 e.V. gegründet, der sich fortan um die Chess Classic kümmerte - Jürgen Wienecke war nun in beiden Vereinen Schatzmeister. Im Jahr 2000 stand dann der vorläufige Höhepunkt mit der "Premiere der Top Ten" an. Zum ersten Mal in der nunmehr 156-jährigen Geschichte des Turnierschachs trafen sich im Parkhotel in Bad Soden am Taunus die 10 führenden Spieler der damaligen Weltrangliste: Kasparov, Anand, Kramnik, Shirov, Morozevich, Adams, Ivanchuk, Bareev und Topalov. Der "Tiger von Madras", unser Ehrenmitglied Viswanathan Anand, gewann souverän mit +5/=5/-0 vor Kasparov und Kramnik mit +3/=6/-1 und hat seither den Chess Classic Schnellschach-Weltmeister-Titel zum siebten Mal in Mainz verteidigt. Auch hier kümmerte sich Wienecke um die Finanzen und war zusätzlich verantwortlich für die logistische Anmeldung und finanzielle Abwicklung des weltweit größten Schnellschach Open. Die Aufgaben wuchsen an, Jürgen war mittlerweile beruflich in Rente gegangen und wir waren uns sicher, dass wir auch die Frankfurter Chess Classic Krise nach dem Weggang unserer Mentorin, der Frankfurter Sport- und Kulturdezernentin Sylvia Schenk zum Bund deutscher Radfahrer, meistern würden. Der Sponsor Siemens hatte aus strategischen Gründen keine Ambitionen mehr weiter zu machen, weil Kasparov uns die zwei Schnellpartien mit "Fritz on Primergy" versagte, aber stattdessen ein 40er Simultan offerierte. Und hier gelang der größte Zu- und Glücksfall der Rhein-Main-Schachgeschichte - oder war es Stratigie, wie das Spiel selbst uns lehrt.

... immer ein bisschen unwillig ist der Schatzmeister beim bezahlen (Bild 1999)

Duell der Grazien - Elisabeth Pähtz und Alexandra Kosteniuk (Bild 2002)


Der Chess Classic Wechsel nach Mainz

Der Mainzer Oberbürgermeister Jens Beutel nahm den im angebotenen Platz im Simultan - es wurden bis zu 1.000,- DM geboten - gegen Weltmeister Garry Kasparov an und trotzte dem besten "Schachspieler aller Zeiten" - Elo 2851 - neben dem Chess Tigers Vorsitzenden Schmitt sitzend ein Remis in einer aufregenden "Schottischen Partie" ab. Im Nachhinein muss man sagen, dass die Beiden es waren, die den Rekord ihres Vereinskollegen Vishy mit +36/=4/-0 aus 1995 gegen Garrys Superleistung mit +35/=5/-0 absicherten. Als sein Nachbar Schmitt ebenfalls ein Remis mit der Damenindischen Verteidigung erreichte, war es Jürgen Wienecke, der die Frage des Mainzer OB Jens Beutel: "Wie wäre es, wenn ihr die Chess Classic in Mainz abhalten würdet", spontan heraus beantwortete mit "Warum nicht, habt ihr genug Sponsoren mit Munition, Spiellokal und Hotel?" Das Ding ging klar: Hilton Mainz, Congress Centrum Mainz mit Rheingoldhalle, Mainzer Sponsoren und die Chess Tigers - eine neue Ära begann. Seither hat Mainz sieben Mal die Chess Classic erlebt, genauso oft wie Frankfurt, deren Türme so hoch und zahlreich sind, aber Weltklasseschach nicht als förderungswürdigen Sport ansieht.

Der schwergewichtige Turm mit seinen flinken Bäuerlein
Opa Jürgen und die Enkel ganz in Weiß (Bild 1996)


Chess960 - eine Innovation mit riesigen Chancen

Neben vielen weiteren Aktivitäten wurde in Mainz das Chess960 - eine Idee von Robert James "Bobby" Fischer - mit einem Prominententurnier gestartet, wo Minister und Staatssekretäre, Oberbürgermeister und Unternehmer teilnahmen und sich begeisterten daran. Zitat des Staatsekretärs: "Da merkt wenigstens keiner, dass ich keine Theorie mehr drauf habe".. Darüberhinaus wurde ein Profi-Testwettkampf zwischen GM Peter Leko und GM Michael Adams - Nr.4 und Nr.6 in der Weltrangliste - veranstaltet. Die Akzeptanz war da und die Turnierserie startete ein Jahr später mit dem ersten FiNet-Open-Qualifikationsturnier, später folgten die jährlichen Chess960-Weltmeisterschaften.

Opa Jürgen, Oma Brigitte, Enkelin Ann-Kathrin und Enkel Andreas
Inkognito der Springer und diesmal das Ganze in Schwarz (Bild 1996)


Die Gründung der Chess Tigers Universität

Ein weiterer Meilenstein, den er kaufmänisch und logistisch begleitete war die Gründung der Chess Tigers Universität mit Deutschlands führendem Trainer und Großmeister Artur Jussupow. Nach gut drei Jahren Laufzeit trainieren mit 960 Lektionen in 24 Leistungsstufen insgesamt knapp 2000 Studenten aus 43 Vereinen, Familien und privat Interessierten. Natürlich musste das auch kaufmännisch bewältigt werden, genauso wie die Betreuung der Primepartner ChessBase, Niggemann und dgt projects. Der eigene Shop mit mittlerweile über 100 Produkten erfordert auch den ganzen Mann und das macht der 70-Jährige mit Engagement und Unternehmergeist - wohl der Organisation, die einen Jürgen Wienecke hat, der sich auch nicht scheut, die ganze Familie in den Dienst seiner Chess Tigers zu ziehen.

Schatzmeister SC Frankfurt-West bei der Jubiläumsrede zum 75.jährigen Bestehen im Hotel Lindner (Bild 1999)


Weggefährten Hans Mokry und Jürgen Wienecke (Bild 1997)


Zum Abschluss noch eine künstlerische Hommage von Chess Tigers-Grafiker Frank Stiefel:

Jürgen Wienecke
* 20. Oktober 1937
† 22. Juni 2017



Chess Tigers

Published by Mike Rosa

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